In der sechsten Szene kommt es zum Fremdgehen von Marie. Sie trifft sich mit dem Tambourmajor auf der Straße und beide machen sich gegenseitig sexuell aufgeladene Komplimente.

Marie betrachtet den attraktiven und virilen Leiter der Trommler und vergleicht ihm mit einem Stier und einem Löwen: „Geh’ einmal vor dich hin. – Ueber die Brust wie ein Stier und ein Bart wie ein Löw .. So ist keiner .. Ich bin stolz vor allen Weibern“ (S. 19). Der letzte Satz hat einen biblischen Bezug und beschreibt Maries Stolz, weil der Tambourmajor sich für sie interessiert. Ihre Emotionalität wird durch zwei Aposiopesen in ihrer Aussage verdeutlicht.

Der selbstsichere Tambourmajor prahlt anschließend und beschreibt, wie gut er in seiner Paradeuniform aussieht. Dafür erhält er angeblich sogar Komplimente vom Prinzen. Marie durchschaut die übertriebene Selbstdarstellung des Verführers. Sie reagiert „(spöttisch) Ach was! (Tritt vor ihn hin.) Mann!“ (S. 18) und fordert ihn damit gleichzeitig auf, ihr körperlich näherzukommen.

Der Tambourmajor reagiert prompt mit einem Kompliment: „Und du bist auch ein Weibsbild, Sapperment“ und drückt prompt seine konkreten Fortpflanzungspläne aus: „…wir wollen eine Zucht von Tambour-Major´s anlegen“ (S. 19). Dabei „umfaßt“ (S. 19) er sie und vergleicht sie mit einem wilden Tier. Er drängt sie damit zum Körperlichen, dem Marie sich zuerst verweigert, auf das sie sich dann aber sehr schnell einlässt: „Rühr mich an! (S. 20). Die beiden letzten Repliken der Szene bekräftigen, dass die beiden Protagonisten nun dazu bereit sind, sich ihrem triebhaften Begehren hinzugeben. Der Tambourmajor meint, Marie wäre vom Teufel besessen. Mit dem lakonischen Kommentar: „Meinetwegen. Es ist alles eins.“ (S. 20) gibt Marie nach und drückt ihr endgültiges Einverständnis aus.