Die dritte Szene ist in drei Teile untergliedert. Der erste Teil handelt davon, dass Marie und Woyzeck einen Jahrmarkt besuchen. Während Woyzeck an den Angeboten interessiert ist, scheint Marie eher gelangweilt davon zu sein, etwas mit ihm zu unternehmen: „Meinetwegen.“ (S. 13). Woyzeck und Marie bemerken den Gegensatz, den das tanzende Kind und der vom Tod singende alte Mann auf dem Jahrmarkt bilden. Es wird ein kostümierter Affe vorgeführt.
Der zweite Teil der Szene handelt vom Unteroffizier und dem Tambourmajor, welche die beiden verfolgen. Sie sprechen, sexuell aufgeladen, von Marie und bewundern ihre Schönheit: „Was ein Weibsbild. […] Teufel zum Fortpflanzen von Kürassierregimentern und zur Zucht von Tambourmajors.“ (S. 13). Dass sie in Begleitung von Woyzeck ist, stört keinen der beiden und verdeutlicht dadurch ihre Rücksichtslosigkeit. Woyzeck und Marie lassen sich von einem Marktschreier, der eine Tiervorführung anpreist, in das Innere der Bude locken. Sie werden unbemerkt vom Tambourmajor und einem Unteroffizier verfolgt, die darauf aus sind, Marie zu verführen.
Im dritten Teil kommt es dann zur ersten körperlichen Annäherung zwischen Marie und dem Tambourmajor. Der Budenbesitzer will im Inneren der Bude zeigen, dass ein Pferd, das ein Kunststück vorführt, intelligent ist. Das Pferd sträubt sich aber. Dies begeistert den Budenbesitzer, da das Pferd lediglich sein natürliches Verhalten dadurch beweise.
Der Tambourmajor stellt dem Schausteller seine Uhr zur Verfügung und hilft Marie dabei, auf den ersten Platz zu klettern. Damit stellt er bewusst diesen zur damaligen Zeit sehr kostbaren Wertgegenstand vor allen Leuten zur Schau und beeindruckt damit auch Marie. Marie verlässt Woyzeck, geschmeichelt von dem Interesse des Tambourmajors an ihr und beeindruckt von seiner Uhr.
Marie nähert sich in der 3. Szene dem Tambourmajor körperlich an und bekommt später von ihm goldene Ohrringe geschenkt. Da sie sich sehr nach einem gehobenen Lebensstil sehnt, macht dieser mit seiner Uhr und seinem Geschenk großen Eindruck auf sie. Dieses Defizit und ihre grundsätzliche Einstellung zu körperlicher Liebe machen sie anfällig für seine Annäherungsversuche. In der dritten Szene setzt sich der Konflikt aus der zweiten Szene fort, der mit den Annäherungsversuchen des Tambourmajors beginnt und mit dem Fremdgehen von Marie seinen Höhepunkt findet.