→ liefert eine Art Rahmenhandlung
→ spiel im Himmel: Gespräch zwischen Gott und den “himmlischen Heerscharen”
erster Abschnitt: Lobpreis auf die Schöpfung Gottes
- die drei Erzengel loben abwechselnd die Schöpfung des Herrn
- Raphael: lobt Entstehung der Sonne, die als „unbegreiflich hohe[s] Werk […]“ (V. 249) noch immer in aller Herrlichkeit unergründlich erscheint → personifiziert die Sonne, indem er äußert, dass sich diese im ewigen Wettstreit mit den Planeten befindet (V. 243-244)
- Gabriel: kreisende Bewegungen der Erde, die für Tag/Nacht-wechsel sorgen → große Macht der Natur wird deutlich
- Michael: erklärt die große Macht der Natur, die Schrecken der Stürme und der Zerstörungskraft der Gewitter; doch er weißt auch auf den Wandel des Tages hin
→ Preisung der göttlichen Gesamtschöpfung Gottes
zweiter Abschnitt: Mephistos Kritik
- Mephisto tritt auf → spricht Gott als seinen Herrn an: ist eher kritisierend und ironisch (V. 271-278).
- nicht das große Werk interessiert Mephisto, sondern der “kleine Gott der Welt” (V. 281) = der Mensch
- klagt Gott an: Für Mephistopheles ist auf der Erde alles „herzlich schlecht“ (V. 296), denn er sieht nur, dass sich „die Menschen plagen“ (V. 280).
- Dass Gott den Menschen mit Vernunft ausgestattet hat, bedeute für den Menschen nur eine schwere Last. → das Streben nach Erkenntnis sei ein Verhängnis
- der Mensch sei überheblich und sei “tierischer als jedes Tier” (V. 286)
dritter Abschnitt: zwei Menschenbilder
- Gott hält gegen Mephisto ein anderes Menschenbild → kommt konkret auf Faust zu sprechen
- Fausts unstillbarer Drang nach Erkenntnis sei eine positive Besonderheit des Menschen → der Mensch sei notegedrungen und dürfe auch irren (V. 316)
- der Mensch würde sich weiterentwickeln und zu Klarheit gelangen (V. 309)
→ dieses Bild kontrastiert Mephisto, indem er sich sicher ist, dass Faust, sich zwischen den Polen des Triebhaften-Irdischen und dem Drang nach höherer Erkenntnis bewegend, nie zufrieden werden kann: „Er ist sich seiner Tollheit halb bewusst;/ Vom Himmel fordert er die schönsten Sterne,/ Und von der Erde jede höchste Lust,/ Und alle Näh und alle Ferne/ Befriedigt nicht die tiefbewegte Brust“ (V. 303-307).
- Mephisto bietet Gott folgende Wette an: Gelingt es ihm, Faust allein durch irdische Lust glücklich zu machen, gehört ihm Fausts Seele (V. 334-335).
- Gott ignoriert die Wette, erlaubt Mephisto aber Einfluss auf Faust auszuüben „So lang er auf der Erde lebt / Solange sei dir's nicht verboten“ (V. 315-316)
- Mephisto soll Faust stimulieren, sodass dieser sein Streben nach dem Guten aufrechterhält → der Herr erkennt keine Gefahr in Mephisto: „Von allen Geistern die verneinen/ Ist mir der Schalk am wenigsten zur Last.“ (V. 338-339).
→ Mephisto ist kein Antagonist des Herrn, sondern ein Mitspieler und Abgesandter