Aufgabe 1
Die am 28.02.1919 von Erich Koch-Weser (DDP), geb. Erich Koch, gehaltende Rede in der deutschen Nationalversammlung thematisiert die Ausarbeitung der deutschen (Weimarer) Verfassung.
- Verfassung solle ein sicheres und tragfähiges Fundament liefern
- DDP wolle an der Verfassung mitarbeiten
- alles dasjenige, welches 1848 versucht worden wäre, sei gescheitert bzw. verfehlt gewesen
- 1866-71 sei die Vollendung von allen Bestrebungen gewesen, zumindest laut denjenigen, die es beibringen wollten (Fürsten etc.)
- Koch-Weser behauptet, es würde eine gerade Linie von 1848 auf 1918 führen
Bismarck:
- Erich Koch-Weser verteidigt Bismarck im Folgenden
- Bismarck sei ein großer, bewundernswürdiger Opportunist
- er habe die Politik “die Kunst des Erreichbaren” genannt → hätte deswegen die Verfassung nie als “Ideal” betitelt, sondern nur als das, was aufgrund der innen- und außenpolitischen Gegebenheiten erreichbar gewesen sei
- er habe versucht divergente Gegebenheiten zu Vereinen wie bspw. die Reichseinheit mit dem Vielfürstentum oder die Demokratie mit dem Gottesgnadentum
- es sei von vorne hinein schwer gewesen einen solchen “Bau” zu halten
Verfassung:
Koch-Weser benennt die Bausteine, die laut seiner Partei für die Verfassung am Wichtigsten seien, betont jedoch zuvor, dass diejenigen Bausteine, welche aus Bismarcks Verfassung alsbald aus dem Werke heraus gestrebt hätten, sie diese verwerfen und ersetzen wollen würden, sodass sie hoffen, “ein Werk zustande zu bringen”, das den Jahrhunderten trotzt”:
- Einheit des Reichs → die äußere Einheit sei von niemandem mehr anzuzweifeln
- Demokratie mit Parlamentarismus
- der Präsident solle nicht “lediglich” zu einer Repräsentationsfigur werden
- genauso wenig solle er zu einem “Geschäftemacher” werden, welcher Intrige seine Finger überall im Spiel habe
- er solle, wenn die “Stunde der Gefahr herangekommen ist”, mit ernsten Worten eingreifen und den Parlamentarismus bewahren