Aufgabe 1
- nationalliberale Bewegung hätte eine Reform von “oben” erwartet, statt selber Reformen von “unten” zu erzwingen
- es gab keine Revolution in Deutschland, weil die deutschen Staaten zu aufgeklärt waren
- andererseits gab es eine Revolution (1848), die jedoch in der Hauptsache gescheitert sei, weil das “Doppelziel” Einheit und Freiheit die verschiedenen Gruppen (Liberale vs. Demokraten) überfordert hätte
- das Verhältnis zwischen Österreich und Preußen wäre unlösbar gewesen → Frage nach klein- oder großdeutscher Lösung
- realistisch sei einzig Kleindeutschland unter preußischer Führung gewesen → diese sei jedoch auch gescheitert, weil die alten Gewalten bereits zu stark geworden waren
- einen demokratischen Wandel ohne deutschen Nationalstaat zu erzwingen hätten die Liberalen und Demokraten sich nicht vorstellen können → für sie sei es immer um beides gegangen (”Doppelziel”)
- Theorie der “verspäteten Nation”:
- Ja, weil Deutschland objektiv erst später als Großbritannien oder Frankreich ein Nationalstaat gewesen sei → erst durch Bismarcks Einigungskriege sei dies möglich geworden: damit erfüllte er die Forderung der “Einheit” (kleindeutsche Lösung)
- Nein, weil die Freiheitsfrage vertagt worden sei, zumindest die Forderung nach einer “parlamentarisch verantwortlichen Regierung”
→ auf die Freiheit hätten die Deutschen bis ins 20. Jahrhundert warten müssen, weil es diese erst durch die Regierung im Oktober 1918 gegeben hätte → dies sei eine “sehr späte Parlamentarisierung” gewesen, welche zu einem “denkbar unglücklichen Zeitpunkt” gekommen sei
- viele Deutsche hätten die repräsentative Demokratie seither mit einem Gefühl der nationalen Demütigung aufgefasst → somit seien die antidemokratischen Bewegungen erst möglich geworden
- das deutsche Bürgertum sei autoritär verunstaltet worden → Veränderungen hätte das Volk nur noch von “oben” erwartet oder als Ergebnis eines “Zusammenwirkens” aufgeklärter Kräfte
→ trotz dessen, obwohl die Revolution überall in Europa gescheitert sei, hätte sie nicht nur negative Folgen gehabt:
- Preußen sei “immerhin” ein Verfassungsstaat geworden → dadurch hätte die nationalliberale Bewegung zumindest die spätere Zusammenführung der süddeutschen Verfassungsstaaten provoziert
- auch die 1850er und 1860er Jahre seien auf die nationalliberale Bewegung zurückzuführen
Aufgabe 2 - Entwicklungslinien und Ziele der Bewegung
- 1815: Wiener Kongress unter den Prinzipien Legitimität, Souveränität und Restauration
- 08.06.1815: Gründung des deutschen Bundes
- Bildung von Burschenschaften
- 18.10.1817: Wartburgfest mit nationalliberalen Forderungen
- Unterdrückung der nationalliberalen Bewegung