Bei dem Roman Corpus Delicti handelt es sich um einen Zukunftsroman, der in der Mitte des 21. Jahrhunderts spielt. Die Menschen leben in einer Gesundheitsdiktatur und werden von der Regierung – hier Methode genannt – streng kontrolliert und überwacht. Sie müssen alles tun, um ihre Gesundheit zu erhalten. So können die Krankheiten weitgehend ausgerottet werden.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Mia Holl, eine junge Biologin und treue Anhängerin der Methode. Als ihr Bruder Moritz wegen Mordes und Vergewaltigung verurteilt wird, weckt fdas in Mia Zweifel an der Berechtigung des Systems. Obwohl die DNA von Moritz im Körper des Mordopfers gefunden wird, beteuert er bis zuletzt seine Unschuld.
Aus Kummer über den Verlust ihres Bruders, den sie sehr liebte, vernachlässigt Mia ihre Gesundheitspflichten. Sie gibt Untersuchungsergebnisse nicht rechtzeitig ab und wird beim Rauchen einer Zigarette erwischt. Mia wird mehrmals vom Gericht vorgeladen und zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.
Mia macht den Journalisten Heinrich Kramer für Moritz Tod mit verantwortlich. Kramer hat mit einer Hetzkampagne viel zu der Verurteilung von Moritz beigetragen. Mias Pflichtverteidiger Rosentreter stellt einen Härtefallantrag, in dem er ihre seelische Not als Ursache für Mias Vergehen betont. Kramer erkennt, dass Mias Fall zu einer Gefahr für das System werden kann und macht den Fall Moritz in einer Talkshow öffentlich. Rosentreter erreicht eine Wiederaufnahme des Falls Moritz, um dessen Unschuld zu beweisen.
Gleichzeitig startet Kramer wieder eine Hetzkampagne, diesmal gegen Mia. In einem Artikel behauptet er, sie sei Mitglied einer Widerstandsgruppe, die einen Anschlag mit biologischen Waffen plane. Daraufhin wird Mia verhaftet und vor Gericht gestellt.
Nachdem Rosentreter von Mia erfahren hat, dass Moritz als Kind durch eine Knochenmarkspende von Leukämie geheilt worden ist, nimmt der Prozess gegen Mia zunächst eine positive Wende: Rosentreter informiert die Öffentlichkeit über die Erkrankung von Moritz. Als Folge der Behandlung haben Spender und Empfänger die gleiche Blutgruppe und eine identische DNA. Hier zeigt sich die Fehlbarkeit der Methode: Die DNA, welche im Körper des Opfers gefunden wurde, kann folglich genauso gut von dem Spender von Moritz stammen, den Rosentreter nun als den mutmaßlichen Mörder ausfindig gemacht hat.
Kramer verfolgt weiter seine Intrige gegen Mia. Mit gefälschten Beweisen wird sie angeklagt, einen Giftanschlag geplant zu haben, und sie wird zum Einfrieren auf unbestimmte Zeit verurteilt. Kurz vor der Urteilsvollstreckung wird Mia begnadigt. Damit will die Methode verhindern, dass sie als Märtyrerin in die Geschichte eingeht.