das Wichtigste:
kontinuierliche Erregungsleitung
saltatorische Erregungsleitung
saltatorische vs. kontinuierliche Erregungsleitung
- kontinuierliche Weiterleitung
= Weiterleitung elektrischer Reize an einer Nervenzelle (Spannungsänderungen)
= Nervenfasern ohne Myelinisierung, d.h. marklose Neurone → fortlaufende Weiterleitung ohne Unterbrechung durch immer wieder neue entstehende Aktionspotentiale, die sich Richtung Axonendknöpfchen ausbreiten
→ findet man vor allem in Wirbellosen Tieren
Ablauf
- auslösen eines Aktionspotentials durch Potenzialumkehrung bei Überschreiten des Schwellenwerts von -50mV zu ca. +30mV
- Durch die ausgleichenden Kreisströme (= Strömchen-Theorie) beidseits der Membran werden Ionen von "axonabwärts", das heißt in Richtung des Axonendes, abgezogen. Die Membran beginnt zu depolarisieren. Wird dabei das Schwellenpotential erreicht, öffnen sich auch in diesem Bereich die Na+-Kanäle und ein neues Aktionspotenzial entsteht. Das neu gebildete Aktionspotenzial hat genau die gleiche Dauer (2 ms), Stärke (ca. 100 mV) und Form des vorangegangenen Aktionspotenzials (Depolarisation → zu ca. +30mV)
- nach der Öffnung schließen sich die Natriumkanäle und Kaliumkanäle öffnen sich
- dabei können die Natriumkanäle nicht direkt wieder Reaktiviert werden = absolute Refraktärzeit
- verhindert die Weiterleitung in Rückwärtsrichtung
- die kontinuierliche Erregungsleitung ist langsam, da das Signal entlang des ganzen Axons weitergeleitet werden muss
Einflussfaktoren
- Myelinisierung: an marklosen, nicht myelinisierten Axonen, kommt es zur kontinuierlichen Erregungsübertragung. Da hier ständig neue Aktionspotenziale hergestellt werden, dauert es länger, bis das elektrische Signal am Ende des Axons angekommen ist.
- Faserdurchmesser: Je größer der Nervenfaserdurchmesser, umso größer die Leitungsgeschwindigkeit, denn ein größerer Nervenfaserdurchmesser hat einen geringeren Innenwiderstand.
- Temperatur: für die Erregungsleitung gibt es durchaus optimale Temperaturbereiche. In physiologisch vorkommenden Körper hat eine Temperaturerhöhung um 1 °C eine Steigerung der Leitungsgeschwindigkeit um $1-2 m/s$ zur Folge. Unendliche Steigerung ist ausgeschlossen.