✍🏼Brief Clara an Nathanael (Siehe die Analyse hier)
Seiten: 12-16
Zeit: Anfang November
Figuren: Clara, Coppelius, Nathanael, Lothar
Inhalt:
Nathanael hat den letzten Brief versehentlich an Clara adressiert, weshalb sie ihn gelesen hat. Clara schreibt nun an ihren Verlobten Nathanael. Sie ist über den Inhalt der Schrift erschüttert und erzählt, dass sie selbst Albträume von Coppelius durch Nathanaels lebhafte Beschreibung erlebt hat. Anschließend versucht sie aber, Nathanael zu beruhigen, indem sie sachlich und rational seine Schreckensbilder psychoanalytisch auseinandernimmt. Sie berichtet ihm, dass sie über den Inhalt des Briefes mit Lothar gesprochen hat.
Clara vertritt die Auffassung, dass Coppelius‘ Grausamkeiten nur in Nathanaels Vorstellungskraft existieren und nicht real sind (S. 13). Nathanael habe als Kind die Schauermärchen über den Sandmann auf die unsympathische Figur des Coppelius projiziert und ihn somit zu einem Monster verklärt. Dieses Trauma habe er nie recht verarbeitet, was sich in seiner jetzigen Reaktion zeige. Die damaligen Versuche von Coppelius und Nathanaels Vater seien harmlose Experimente gewesen. Der Vater habe seinen Tod vermutlich selbst verschuldet und Coppelius sei aus Furcht nur deshalb geflohen, weil die Experimente illegal gewesen wären.
Clara bittet Nathanael darum, sich keine Gedanken mehr um den alten Advokaten und um den Wetterglashändler Coppelius zu machen. Sie selbst habe keine Angst vor ihnen und erkenne nur in beiden Gestalten die Projektion der eigenen dunklen Kindheitsängste Nathanaels.