Abgrenzung und Ausgrenzung
Aufgabe 1
auf Goodnotes schriftlich gemacht
Aufgabe 2
- sperrt sich in seiner Wohnung ein, um sich selber ab- und auszugrenzen | Generelles:
- flieht aus seiner Gelehrtenstube nach draußen und grenzt sich durch sein Verhalten ab |
| Beschreibung der Häuslichkeit wird nicht als beengend empfunden (Z. 36f.)
→ später wird es als Denkkerker empfunden (Z. 45ff.) | Beschreibung der Stube wird als beengend und bedrückend empfunden (V. 398 - 408)
→ wird auch als Kerker empfunden (V. 398) |
| ist im Allgemeinen ein reflektierter Mensch (Z. 4-16, 38, 45ff.), welcher zwar Fehler begangen, sie jedoch mit Absicht begangen hat | wird von Mephisto durch die Wette (V.1692-1707) verführt und begeht seine “Fehler” nicht mit vollständiger Absicht, obwohl auch er das Geschehen lenkt → tötet den Bruder und die Mutter, schwängert die 14-jährige |
| reflektiert seine Fehler und ahnt die Konsequenzen (vgl. 27 - 34) | reflektiert das Geschehene (Szene Wald und Höhle) |
| steht für seine “Fehler” bzw. Taten gerade und weißt selber auf ein überdimensionales Thema hin | macht Anschuldigungen an Mephisto, dass er Schuld habe (Szene Trüber Tag - Feld) |
| sehnt sich immer nach dem Alleinsein, aber wenn er allein ist, dann sei er der unglücklichste Mensch (Z. 27f.) | sehnt sich nach dem zu streben, was er noch nicht begriffen hat → wird dabei unglücklich alleine und begehrt durch Mephistos Liebesverführungen auf (Gelehrten- und Gretechentragödie) |
| grenzt sich von anderen wie der Familie in der Vergangenheit ab und propagiert, dass dies in der Zukunft mit Freunden ebenso passieren wird → isoliert sich auch von der Zivilisation (bzw. der Gesellschaft) (Z. 1-4, 24ff.) | grenzt sich von der Zivilisation zum einen durch den Status als Universalgelehrter ab und genießt daher hohes Ansehen (V. 354 - 356, V. 984ff.) |
| grenzt sich durch sein Verhalten von der Gesellschaft selber aus | wird trotz seines Verhaltens nicht ausgegrenzt (bedingt: wird ausgegrenzt durch das Verhalten der Anderen) und dennoch für seine Taten bewundert; auch den Herrn wundert das Verhalten nicht, weil er weiß, dass ein Mensch irrt solange er strebt und er sich des rechten Weges wohl bewusst ist |
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| Abgrenzungstendenzen und sein Drang nach Grenzüberschreitung (vgl. V. 420 - 737)
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| | wird von Gretchen im Kerker durch ihre Ablehnung ausgegrenzt |
- Wie Murau hat sich Faust, allerdings in seiner Rolle als Gelehrter und Wissenschaftler, selbst von der Welt ausgeschlossen. Sein hohes Ziel besteht darin, zu erforschen, „was die Welt / Im Innersten zusammenhält“. Er leidet unter der Begrenzung des menschlichen Daseins bzw. der menschlichen Erkenntnis.
- Für beide Figuren dient der Ort ihrer Reflexion einerseits als Refugium (Schutzort), andererseits als Ort der Enge, dessen Grenzen sie zu überschreiten versuchen. Faust bezeichnet seine Studierstube als „Kerker“ und „dumpfes Mauerloch“, dem er entfliehen möchte („Flieh! Auf! Hinaus ins weite Land“). Murau gesteht sich erst im Verlauf seiner Reflexion insgeheim ein, dass er seine Wohnung als „Denkkerker“ empfindet.